<!-- Es scheint kein 'foreword' Element, ähnlich dem 'preface' Element
zu geben.  Keine Ahnung was stattdessen zu verwenden ist; ich vermute
'preface' ist die beste Lösung für jetzt, obwohl es ein richtiges
preface in ch00.xml gibt. Anm. d. Übersetzers (Oettl): Fragt mich
nicht, was für englischsprachige Personen der genaue Unterschied
zwischen foreword und preface ist, auf deutsch ist beides eine Art von
Vorwort.
-->

<preface id="svn-foreword">
  <title>Vorwort</title>

  <simplesect>

    <para>Eine schlechte FAQ (Frequently Asked Questions) Seite ist
    eine, die nicht aus den Fragen zusammengestellt wurde, welche
    wirklich gefragt wurden, sondern die aus den Fragen besteht, von
    denen <emphasis>gewünscht</emphasis> wird, dass sie gefragt
    werden.  Vielleicht haben Sie solche schon gesehen: </para>

    <blockquote>
      <para>Q: Wie kann ich Glorbosoft XYZ einsetzen um die
      Team-Produktivität zu maximieren?</para>
    </blockquote>

    <blockquote>
      <para>A: Viele unserer KundInnen wollen wissen, wie Sie Ihre
        Produktivität mit unseren patentierten Office Groupware
        Verbesserungen maximieren können.  Die Antwort ist einfach:
        zuerst klicken Sie auf das <quote><literal>Datei</literal>
        </quote> Menü, fahren hinunter zum Punkt <quote><literal>
        Erhöhe&nbsp;Produktivität</literal></quote>, und dann &hellip;
        </para>
    </blockquote>

    <para>Das Problem mit solchen FAQs ist, dass sie keine FAQs im
    eigentlichen Sinne sind.  Niemand fragt beim technischen Support
    <quote>Wie können wir unsere Produktivität steigern?</quote>.
    Üblicherweise fragen Leute sehr spezifische Fragen, wie <quote>
    Wie können wir das Kalendersystem so ändern, dass es die
    Erinnerungen zwei Tage im Vorhinein aussendet anstatt einen Tag
    vorher?</quote> und so weiter.  Aber es ist viel leichter häufig
    gestellte Fragen zu erfinden, als die richtigen Fragen zu
    entdecken.  Eine sinnvolle FAQ-Sammlung zusammenzustellen
    erfordert ausdauernde organisatorische Anstrengung: über die
    Lebensdauer einer Software müssen hereinkommende Anfragen
    ausgewertet und Rückmeldungen evaluiert werden und zu einem
    konsistenten, benutzungsfreundlichen Ganzen zusammengeführt
    werden, das die gesammelte Erfahrung der AnwenderInnen wiedergibt.
    Es verlangt die geduldige Achtsamkeit eines Naturforschers.  Nicht
    grossartige Hypothesen und visionäre Vorhersagen sondern
    hauptsächlich offene Augen und genaue Wahrnehmung sind gefragt.
    </para>

    <para>Was ich an diesem Buch liebe, ist dass es genau aus solch
    einem Prozess gewachsen ist und dass das auf jeder Seite sichtbar ist.
    Es ist das direkte Ergebnis der Begegnung des Autors mit
    BenutzerInnen.  Es begann mit Ben Collins-Sussmans Beobachtung,
    dass Leute die gleichen grundlegenden Fragen auf der Subversion-
    Mailingliste immer und immer wieder stellten: Was sind die Standard-
    Arbeitsabläufe mit Suversion?  Haben Branches und Tags die gleiche
    Bedeutung wie in anderen Versions-Kontroll-Systemen?  Wie finde
    ich heraus, wer eine bestimmte Änderung durchgeführt hat? </para>

    <para>Frustriert davon die gleichen Fragen Tag für Tag immer
    wieder zu sehen arbeitete Ben im Sommer 2002 über ein Monat
    intensiv daran <citetitle>The Subversion Handbook</citetitle> zu schreiben,
    eine Sechzig-Seiten-Anleitung, welche die Grundlagen der Benutzung
    von Subversion beschrieb.  Die Anleitung erhob keinen Anspruch auf
    Vollständigkeit, aber es wurde mit Subversion verteilt und half
    AnwenderInnen über die ersten Hürden in der Lernkurve.  Als
    O'Reilly and Associates sich entschieden ein vollständiges
    Subversion-Buch herauszugeben, war der Weg vorgezeichnet:
    Erweiterung des Subversion Handbook. </para>

    <para>Die drei Co-Autoren des neuen Buches waren mit einer
    unüblichen Möglichkeit konfrontiert.  Eigentlich war es ihre
    Aufgabe ein Buch von oben nach unten, beginnend mit einer
    Inhaltsübersicht und einem Grobkonzept, zu schreiben.  Aber sie
    hatten auch Zugang zu einem ständigen Strom &mdash; eigentlich
    einem unkontrollierbaren Geisier &mdash; von unten nach oben
    Material.  Subversion war bereits in der Hand von tausenden frühen
    InteressentInnen und diese AnwenderInnen gaben Tonnen an
    Rückmeldungen &mdash; nicht nur über Subversion, sondern auch über
    die Dokumentation. </para>

    <para>Während der ganzen Zeit in der sie dieses Buch schrieben,
    verfolgten Ben, Mike und Brian ständig aufmerksam die
    Subversion-Mailinglisten und Chat-Räume und nahmen die Probleme
    wahr, die wirkliche Leute in realen Situationen hatten.  Das Buch
    spiegelt das wieder.  Es steht auf dem festen Boden der Erfahrung
    und ist nicht auf dem Sand von frommen Wünschen gebaut.  Es
    vereint die Vorteile von Bedienungsanleitung und FAQ-Seiten.
    Diese Zweigleisigkeit ist vielleicht nicht gleich zu erkennen.
    Von vorne nach hinten gelesen ist das Buch einfach eine
    Beschreibung einer Software.  Es gibt die Übersicht, die
    obligatorische geführte Rundreise, das Kapitel über
    Administration, einige fortgeschrittene Themen und natürlich eine
    Funktionsübersicht und eine Problemlösungs-Anleitung.  Nur wenn
    Sie später das Buch wieder zur Hand nehmen um die Lösung für
    bestimmte Probleme zu suchen wird sichtbar: die beschriebenen
    Details können nur aus der Erfahrung mit dem Unerwarteten, die
    Beispiele aus dem tatsächlichem Einsatz stammen und
    berücksichtigen in erster Linie die Bedürfnisse und den
    Blickwinkel der AnwenderInnen. </para>

    <para>Narürlich kann niemand versprechen, dass dieses Buch alle
    Fragen beantwortet, die Sie mit Subversion haben werden.  Manchmal
    wird die Genauigkeit, mit der es auf Ihre Fragen eingeht, unheimlich
    telepathisch erscheinen; gelegentlich werden Sie in eine Lücke im
    Wissen der Gemeinde stolpern und mit leeren Händen dastehen.  Wenn
    das passiert schreiben Sie am Besten eine Mail an
    <email>users@subversion.tigris.org</email> und präsentieren ihr
    Problem.  Die Autoren sind nach wie vor dort und beobachten.
    Und das betrifft nicht nur die drei, die am Umschlag aufgezählt
    sind, sondern viele andere, die Korrekuren und neues Material
    beigesteuert haben.  Aus der Sicht der Gemeinde ist die Lösung
    Ihres Problems lediglich ein erfreulicher Nebeneffekt eines viel
    grösseren Projektes &mdash; nämlich das Buch und schlussendlich
    auch Subversion selbst immer näher an die Art anzupassen, in der es
    tatsächlich benutzt wird.  Diese Personen sind begierig darauf, von
    Ihnen zu hören, nicht nur weil sie Ihnen helfen können, sondern auch weil
    ihnen selbst damit geholfen ist.  Für Subversion &mdash; so wie
    für alle aktiven freien Software-Projekte &mdash; gilt:
    <emphasis>Sie sind nicht allein</emphasis>.
    </para>

    <para>Dieses Buch soll Ihr erster Begleiter beim Einstieg sein. </para>

    <para>&mdash;
      <author>
        <firstname>Karl</firstname>
        <surname>Fogel</surname>
      </author>, Chicago, 14 March, 2004</para>

  </simplesect>

</preface>

<!--
local variables: 
sgml-parent-document: ("book.xml" "foreword")
end:
-->




